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Wege in die Trance

Seit Jahrtausenden versucht der Mensch sich auf vielerlei Wege in einen veränderten Bewusstseinszustand zu bringen. Trance gehört zum Leben genauso dazu, wie essen oder schlafen und scheint ein tiefes Bedürfnis des Menschen zu sein. Der Schamane gilt als Trance-Spezialist. Er kann willentlich zwischen verschiedenen Bewusstseinszuständen wechseln und verwendet diese Fähigkeit, aus der nicht alltäglichen Wirklichkeit – der Geisterwelt – Informationen zu erhalten. Ich gebrauche den Begriff ‚Trance‘ im ethnologischen Sinne: Trance ist ein religiöser Ausnahmezustand (siehe F.Goodman) der sich durch einen "überhöhten" mentalen und körperlichen Zustand bei religiösen Ritualen ("ekstatische Trance") auszeichnet.

Der Begriff kann vom lateinischen transire = hinübergehen abgeleitet werden und bezeichnet den Vorgang des Wechselns des Bewusstseinszustandes, und damit auch der erfahrbaren Wirklichkeit. Es gibt im Schamanentum viele verschiedene Wege, sich in Trance zu versetzen. Um Dir einen Ansatz der Systematik zu vermitteln, habe ich hier die wichtigsten Methoden zusammengestellt, nebst praktischen Hinweisen aus der Erfahrung. Ich weise darauf hin, dass viele der hier aufgeführten Techniken bei falscher oder unsachgemäßer Anwendung durchaus zu körperlichen Schäden führen können. Fortgeschrittene Trance-Techniker werden vielleicht Anregungen finden, ihre eigenen Trancetechniken etwas zu erweitern. Im Zusammenhang mit diversen Umtrieben innerhalb der esoterischen Szene muss ich darauf hinweisen, dass Psycho-Sekten und andere Seelenfänger oft ähnliche Methoden wie die hier aufgeführten praktizieren, um ihre Anhänger in Abhängigkeitsverhältnisse zu bringen.

 

Diese Praktiken der Gehirnwäsche sind leider sehr populär geworden. Ich selbst verurteile derartige Anwendungen und distanziere mich von solchen Gruppierungen. Ich weise darauf hin, dass die unten aufgeführten Methoden den Menschen offen für Suggestion und Manipulation machen können. Jeder "Lehrer" oder Guru, dessen Integrität nicht sicher ist, sollte daher ein gehöriges Misstrauen entgegengebracht werden. Es werden folgende Methoden beschrieben: Die Tranceinduktion durch Rhythmus, Körperhaltung und Konzentration. Zwei weitere Methoden, den Bewusstseinszustand zu verändern, erwähne ich nur der Vollständigkeit halber, da ich sie selbst nicht praktiziere oder praktiziert habe: Fasten und Schlafentzug. Beide Methoden sind sehr potente Wege, Trance zu induzieren. Natürlich gibt es zahlreiche Mischformen, in denen zwei oder mehrere der erwähnten Methoden kombiniert werden. Sofern mir bekannt, bin ich in den einzelnen Kapiteln darauf eingegangen. Das Tranceerlebnis als solches ist in den traditionellen Kulturen durch die Erwartungshaltung geprägt. So erwarten die Serviteurs im Voodoo eine Amnesie, die ein Element ihrer Trance-Erfahrung darstellt. Die !Kung dagegen wären eher verwundert, wenn sie in ihrer Trance eine Amnesie erfahren würden. Dadurch, dass es in Europa keinerlei vorgegebenen Erwartungen an den Trancezustand gibt, sind wir dazu gezwungen, eigene Erwartungen mit dem Trancezustand zu verbinden. Wir sind sozusagen Schöpfer neuer Trance-Erfahrungen. Es ist unbestritten, dass uns traditionelle Trancemuster dabei helfen können. Sehr wichtig im Zusammenhang mit Trancearbeit ist natürlich die Vorbereitung zur Trance. Um Trancearbeit zu machen, benötigst Du vor allem Zeit. Vor der Arbeit ist es wichtig, keine Belastung aus dem Alltag mit sich herumzuschleppen, welche die Tranceinduktion oft erschweren können. Vorbereitend ist wichtig, sich klar darüber zu sein,  

was Du zur Trance alles benötigt: Platz, Beleuchtung (soll es Tag oder Nacht sein?), eventuelle Räucherungen, musikalische Untermalung, Zweck und Ziel (die tatsächliche Intention, die mit der Trancesitzung verknüpft wird: Reisen, Sigillen aufladen, Zauber verhängen oder etwas vergleichbares) der Trance oder auch körperliches Aufwärmen oder entspannen. Bei Seið ist es beispielsweise auch gut zu wissen, dass Du vorher nichts essen oder viel trinken solltest, auch ein Toilettenbesuch kurz davor ist ein guter Ratschlag. Tranceunerfahrene sollten sich mit Erfahrenen in Verbindung setzen, um die richtigen Vorbereitungen zu treffen und die Trancezustände auch wieder auszuleiten, denn manchmal kommst Du von selbst nur schwer wieder aus einer tiefen Trance heraus. Die Dauer der eigentlichen Trance kann sehr verschieden sein, je nach Technik, die angewandt wird. Das kann von einer Viertelstunde bis über 24 Stunden dauern. Eine wirksame Technik sich zu erden ist natürlich Voraussetzung zur intensiven Arbeit mit Trancetechniken wie Seið oder mit entheogenen Substanzen. Das Ableiten der überschüssigen Energien in den Erdboden ist ein kleiner Tipp aus der Praxis. Etwas schwieriger zu vermitteln ist die Tatsache, dass zum erfolgreichen Ausführen einer magischen oder schamanischen Handlung die Gewissheit gehört. Klarheit ist ein anderes Wort für diese innere Haltung: Zweifel an der eigenen Fähigkeit oder der Ausführung können die beste Intention zunichte machen - ein guter Grund, das Ego durch Trance auszuschalten.

Dir wird auffallen, dass ein ganz bestimmter Themenkomplex vollständig ausgespart wird. Das ist der Umgang und die Tranceinduktion durch entheogene Substanzen – „Meisterpflanzen“, wie sie in schamanischen Kreisen heute gerne genannt werden. Das hat den Hauptgrund in der schizophrenen Gesetzeslage in Deutschland. Alkohol und Nikotin als Drogen werden staatlich sanktioniert und schaden dem Organismus mehr, als es Cannabis oder Psylocibin jemals schaffen könnten. Dennoch sind die ersteren beiden erlaubt, die letzteren verboten. Die Grünen versprachen anno 98 die Legalisierung von Haschisch – einer so genannten „weichen“ Droge. Sie haben es nicht eingehalten. Soviel zur Politik. Informier dich bei den Werken von Christian Rätsch über den Themenkomplex der entheogenen Tranceinduktion und deren unterschiedlichen Beschreibungen und Anwendungen. Er ist sehr umfassend und er hat soviel Wissen darüber zusammengetragen, das es sehr lange dauern wird, bis wieder ein entsprechendes Werk publiziert wird, das an sein Niveau herankommen kann. Also: hier gibts keine Drogentrance. Bedanke dich dafür bei der Politik indem Du mit Bewusstsein wählen gehst.

Bücher zu diesem Thema

       

      

Tranceinduktion durch Rhythmus

Die Tranceinduktion durch Rhythmus kann in drei Unterkategorien aufgeteilt werden, nämlich in körperliche, in akustische und in optische Wege: Es ist nicht einfach, die zahlreichen Variationen dieser Trancetechnik unter einen Hut zu bringen. Ein Weg der Tranceinduktion ist der Tanz, und die andere Form, die eher als Trance- Erscheinung gehalten wird, ist das Zittern oder Schütteln. Rhythmus lässt sich körperlich am besten als Tanz darstellen. Das Trancelaufen und die Hyperventilation stellen zwei Sonderformen der Tranceinduktion dar. An anderer Stelle wird ausführlich auf die Tranceinduktion durch sexuelle Erregung eingegangen. Den Tanz als trancefördernde Technik kennt eigentlich jeder, der sich mal in einer Disco aufgehalten hat entweder aus eigener Erfahrung oder aus der Beobachtung. Traditionell gibt es in verschiedenen Sufi-Traditionen Wirbeltänze, die den Tänzer recht schnell in einen

veränderten Bewusstseinszustand versetzen können. Anstatt sich im Kreis zu drehen, kann auch das Schütteln oder Kreisen des Kopfes die Trance induzieren. Innerhalb der haitianischen Voodoo-Religion werden rhythmische Tanzbewegungen ebenso traditionell eingesetzt. Beim Tanzen wird in den meisten Fällen allerdings ein weiteres, wichtiges Element hinzugenommen, welches ich anschließend noch genauer beschreiben werde: die Musik. Beispielhaft kann die Tranceinduktion im afrikanischen Voodoo in Benin beobachtet werden. Dabei ist wichtig, dass die Rituale den Menschen bereits seit Kindesbeinen an ein Begriff sind. Der Glaube und die Erfahrung sind tief verankert und ermöglichen Trance und Besessenheit sehr schnell. Je mehr der Tänzer oder der Zuschauer sich mit den Geschehnissen identifizieren kann, desto breiter und intensiver ist der Auslöser, in Trance zu geraten. Rhythmisch empfängliche Menschen geraten sehr schnell in Trance, und es kann sein, dass sie nur schwer wieder aus der Trance zu holen sind. Interessanterweise ist im Kontext des Photos erwähnenswert, dass die Tänzer bereits in Trance sind, bevor sie zu tanzen beginnen - der akustische Auslöser der Trance sind die Trommler. Da ich in der modernen Welt lebe, habe ich für mich auch konsequenterweise Techno als rhythmische Tranceinduktion entdeckt. Wo in unserer Zeit und Gesellschaft hat man die Möglichkeit, einen Tiertanz über mehrere Stunden durchzuführen, ohne dabei als völlig daneben abgestempelt zu werden? Ich ziehe dabei Trance (in allen Varianten) und Ambient als Richtungen vor. Eigentlich klappt es mit allen Technovarianten. Ein kleiner, jedoch kompensierbarer Nachteil ist, dass diese Musik das Erleben durchaus vorprogrammiert und nicht neutral ist. Zittern oder Schütteln ist eine weitere Form der Tranceinduktion oder Trance- Manifestation. Jan Fries nannte diese Form der Trance "Seiðr". Der Begriff ist aus dem altnordischen und kann mit "kochen, sieden" übersetzt werden. Sieden oder kochen sind die besten verbalen Umschreibungen, die der ekstatischen Erfahrung gegeben werden können, die während dieser Trance auftreten. Ausübende dieser Kunst wurden "Seiðmadr", "Seiðberandi" oder im weiblichen Fall "Seiðkona" genannt. Im zehnten Jahrhundert waren es nur noch wenige, die die Kunst des Seidr im nördlichen Kulturraum praktizierten. Trance kann sich als intensives Zittern oder Schütteln äußern, und auch dadurch induziert werden. Bei den Buschmännern der Kalahari Wüste, den San und den !Kung, wird Trance zuerst durch Tanz und Hyperventilation induziert, ist die magische Kraft Num erweckt, beginnt der Tänzer zu zittern und sich zu schütteln. Der Bewusstseinszustand verändert sich zu "KIA" - eine begriffliche Übereinstimmung mit Spares Konzeption des KIA, dem atmosphärischen Selbst. Im KIA-Zustand enden die Gedanken und Spares "Nicht-Verhaftetsein - Nicht-Desinteresse" (Neither-Neither) Zustand ist erreicht. Das Ego ist ausgeschaltet und KIA agiert frei. Die Geschwindigkeit des Zitterns oder Schüttelns ist ebenso ein wichtiger beeinflussender Faktor des Tranceerlebnisses. Schnelles Zittern löst andere Erfahrungen aus als langsameres oder ganz langsames Wanken In Tibet gibt es Überlieferungen, die darauf hinweisen, dass es Tranceläufer gegeben hat, die weite Distanzen überwinden konnten, ohne zu ermüden. Der Rhythmus des Laufens ist stark trancefördernd. Nach einer bestimmten Zeit, die bei jedem verschieden ist, tritt ein Automatismus ein. Im Körper wird Adrenalin freigesetzt und der Läufer kann lange Zeit laufen ohne zu ermüden. Interessanterweise spielt dabei das Ziel des Laufens eine große Rolle. Wenn das Ziel erreicht ist, kann nicht mehr weiter gelaufen werden. Gerade bei 100 km Läufen kann dies gut beobachtet werden. Ich selbst benutzte in der Früh, bevor die Sonne aufging, Sternbilder als Fixierung und Orientierung. Die Hyperventilation als weiteres, körperliches Mittel zur Tranceinduktion ist schwer einzuordnen. Einerseits existiert ein Rhythmus beim Atmen, welcher es nahe legt, die "rhythmische Stimulation" als Kategorie zu wählen, andererseits aber ist die Trance der Hyperventilation durch eine Hypokapnie (verminderter pCO2) ausgelöst. Die Hyperventilation äußert sich durch kribbeln in den Händen, Füßen und am Mund, Kopfschmerzen, Pfötchenstellung der Hände und generalisierte Krämpfe (Hyperventilationstetanie). Hyperventilieren im Zusammenhang mit Tanz oder Seið kann sehr schnell die Trance fördern. Dabei endet die tatsächliche Hyperventilation beim Einsetzen des veränderten Bewusstseinszustandes. Hyperventilation ist ein sicheres Mittel, Trance zu erreichen und ist harmlos, jedenfalls was physische Auswirkungen betrifft. Psychisch kann die Hyperventilation zu erheblichen Problemen führen. Am bekanntesten und beliebtesten in schamanischen Kreisen ist die trancefördernde Wirkung des Trommelns. Dabei wird immer darauf hingewiesen, dass der Trommelrhythmus die Gehirnwellen trancefördernd beeinflusse. Ein Rhythmus von etwa vier bis fünf bps sei besonders gut. Ein Fließbandarbeiter, der genügend Geräusche in verschiedenen Frequenzen um sich herum hört, kann ebenso in tiefe Trance fallen. In gewisser Weise tut er das auch, allerdings im Zusammenhang mit seiner eher monotonen Tätigkeit - wobei körperliche, akustische und optische Reize zusammenspielen. Im Voodoo andererseits werden schnelle und komplizierte Rhythmen zur Tranceinduktion verwendet. Auch ist die Trommel als solches nicht das Instrument aller Schamanen, wie immer behauptet wird. Manche benutzen einen Bogen oder Klangschalen oder Gesang. Rhythmus ist an sich ist ein bedeutendes Element zur Induktion von Trance. Dabei kann jedes Instrument zur Erzeugung eines rhythmischen Geräusches dazu verwendet werden, Trance zu erzeugen. Es ist weitgehend ungeklärt, warum Menschen gerade auf Rhythmus mit veränderten Bewusstseinszuständen reagieren. Die medizinische Erklärung mit den verschiedenen Frequenzen der α, β und τ Wellen unseres Gehirns halte ich für sehr wichtig. Interessant und zu bedenken wäre auch folgendes: Wir haben in den ersten neun Monaten unseres Lebens ständig einen Rhythmus wahrnehmen können: Den des Herzens unserer Mutter. Vielleicht liegt darin der Schlüssel unserer Trancefähigkeit versteckt. Überleitend zur optischen Tranceinduktion erwähne ich hier die geführte Meditation und die Hypnose als akustische Formen der Tranceinduktion. durch Sprache und Sprachmelodie kann der Zuhörer schnell in verschieden Tiefe, eher entspannende Tranceformen, überführt werden. Suggestives Sprechen ist ein wichtiges Element bei der Hypnose. Mesmers Biomagnetismus ist ebenso eine schwer einzuordnende Mischform aus optischen, suggestiven und anderen Einflüssen. Wobei im Mesmerismus die Komponente der Vitalkraft eine ausschlaggebende Rolle spielt – siehe dazu auch die Ausführungen zu Huna.

Rhythmische Bewegungen, die beobachtet werden, können ebenso trancefördernd wirken. In Hypnosesitzungen ist das klassische Pendel ein Beispiel der optisch-rhythmischen Tranceinduktion. Sich rhythmisch bewegende Tänzer oder Gruppen, Sonnenstrahlen reflektierendes Wasser, gleichmäßige Wellen auf dem Meer (nicht nur optisch), regelmäßige Lichtblitze zählen alle zu den optischen Techniken der Tranceinduktion. Im sibirischen Schamanentum wird der Kopfschmuck als zusätzliches tranceförderndes Werkzeug verwendet. Fransen, die über das Gesicht hängen, geraten in Bewegung, wenn der Schamane sich bewegt oder tanzt. Der visuelle Reiz verstärkt die Trance und der Schamane kann besser sehen. Optische Tranceinduktion durch rhythmische wiederkehrende Reize kann bei Menschen, die eine Neigung zu epileptischen Anfällen haben, zur Auslösung eines solchen Anfalles führen. Generell sollte Trancearbeit überdacht werden, wenn eine epileptische Erkrankung bekannt ist.


Tranceinduktion durch Körperhaltungen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Körperhaltungen zur Tranceinduktion zu verwenden. Die Staða der Runengymnastik, die Trancehaltungen der Ethnologin Felicitas Goodmann, Austin Osman Spares Todeshaltung, Teile des indischen Systems des Yoga, Qi Gong und Tai Ji. Die letzten drei Richtungen zähle ich nicht zu den schamanistischen Methoden, Trance zu induzieren. Diese Verfahren verändern zwar ebenso den Bewusstseinszustand, haben aber eher wenig mit dem Schamanentum gemeinsam. Im Zusammenhang mit der westlichen Zeremonialmagie des frühen zwanzigsten Jahrhunderts (Aleister Crowley und Nachfolger) ist Yoga von Interesse. Die Ethnologin Felicitas Goodmann machte im Laufe ihrer Forschungen über das Zungenreden einige bemerkenswerte Beobachtungen über die Körperhaltungen, die Menschen einnahmen, die in Zungen redeten (natürlich in Trance). Sie fand später heraus, das auf der ganzen Welt Figuren gefunden werden, meist aus sehr frühen Zeiten unserer kulturellen Entwicklung, die bestimmte Körperhaltungen zeigen. Überall konnte sie Übereinstimmungen in der Darstellung finden und etwa dreissig verschiedene Körperhaltungen zusammenstellen, die immer wiederkehren. Das es nicht um verlorenes Wissen geht, beweisen zahlreiche rezente Kulturen, die mit Trance vertraut sind. Beispielsweise nimmt Kxao ?Oah, ein blinder Ju?´hoan Heiler die Bärenhaltung ein, um eine Schwangere zu heilen (. Übrigens fiel mir bei schwangeren Frauen auf, dass sie dazu tendieren in der späteren Phase der Schwangerschaft die Trancehaltung "das Rufen der Geister" einnehmen, um ihren Bauch zu halten (Mutmaßung von mir ...). Die einzelnen Tranceerlebnisse werden durch die eingenommene Körperhaltung bestimmt und variieren von Reisen zu speziellen Orten bis hin zu Heilungserfahrungen. Vom Ablauf her ist die Arbeit mit den Trancehaltungen ziemlich einfach. Zuerst werden die Geister der Körperhaltung angerufen, anschließend eine Entspannungsübung durchgeführt und die Trancehaltung eingenommen. Rasseln oder Trommeln dient als rhythmische Begleitung und Tranceförderung. Die Dauer liegt bei etwa einer Viertelstunde, manchmal (gerade bei den Befragungshaltungen) kann ein Ergebnis auch schon früher eingetroffen sein. Die Erlebnisse, die die Menschen machen, die sich in einer dieser Körperhaltungen befinden, ähneln sich. Ich gehe in meinem Trommelkreis so vor, dass ich nicht verrate, welche Erlebnisse mit einer bestimmten Körperhaltung verknüpft werden, und erst nachdem alle berichtet haben, erkläre ich die Körperhaltung. Goodmann schreibt, die Körperhaltungen seien vielleicht genetisch verankert, da die erwarteten Erlebnisse bei jedem, der diese Positionen einnimmt, eintritt - egal ob er die Wirkung nun kennt oder nicht Aleister Crowley verknüpfte in seinem magischen Lebenswerk indische und fernöstliche Lehren mit der westlichen traditionellen Magie. Ein wichtiger Teil dieser Synthese stellt die Beherrschung des Körpers und der Gedanken dar. Crowley adaptierte die Asanas und das Pranayama des indischen Yogas, um genau diese Ziele zu erreichen. Dabei ist es letztendlich unwichtig, welche Haltung nun eingenommen wird, denn jede Körperhaltung wird innerhalb kürzester Zeit schrecklich unbequem. Ähnlich adaptierte er Gedankenkontrolle und Atemkontrolle. Interessanterweise ist schamanische Trance vom Grundkonzept her eher gegensätzlich zum Yoga. Die Übungen andererseits aber können durchaus eine Verstärkung und Verbesserung der Trance bewirken. Spontaneität und Freistil werden jedoch eher unterdrückt. Wer sich für Yoga interessiert, den kann ich nur wärmstens Iyengars Werke empfehlen.

Die Todeshaltung Spares Der englische Magier Austin Osman Spare machte die sogenannte Todeshaltung bekannt. Ich beschreibe Todesstellung Spares an dieser Stelle, weil sie stark dem freien und chaotischen Ansatz entgegenkommt, der mir selbst entspricht. Um den Zustand des "Weder- Weder" zu erreichen, beschreibt Spare in seinem "Buch der Freude" folgende Übung (ich zitiere wörtlich aus der Übersetzung der Edition ANANAEL): "Liege entspannt auf deinem Rücken und atme tief durch, während Du dich mit deinem Körper dem Gefühl des Gähnens hingibst und dich dabei lächelnd in einem aufnahmebereiten Zustand versetzt, dies ist die Idee der Stellung. Wenn Du die Zeit und all jene Dinge vergessen hast, die nur ihre eigene Bedeutungslosigkeit widerspiegeln, dann ist jener Moment eingetreten, der jenseits der Zeit liegt und den Erfolg darstellt.

Stehe auf deinen Zehenspitzen, mit hinter dem Rücken verschränkten Armen und gestreckten Nacken, aufs äußerste angespannt, und atme dabei tief und krampfartig bis Schwindel und Sinnestäuschungen auftreten, dies erzeugt die nötige Erschöpfung und Voraussetzung für die erstere Stellung. (Anmerkung: Spare setzt zur Vorbereitung der eigentlichen Todesstellung die Hyperventilation als weiteres Hilfmittel der Tranceinduktion ein). Starre auf dein Spiegelbild bis zu jenem Zeitpunkt, an dem es sich aufzulösen scheint und Du dich selbst nicht mehr erkennst, dann schließe deine Augen (was normalerweise unwillkürlich geschieht) und visualisiere. Das Licht, das dabei gesehen wird (meist ein X in seltsamen Ausformungen), sollte festgehalten werden bis alle Anstrengung vergessen ist. ... Dies sollte vor der Durchführung der obigen Übungen praktiziert werden ..." Spares Todesstellung stellt also eine Kombination aus verschiedenen Trancetechniken dar: Körperhaltung, Konzentration und Hyperventilation.


Tranceinduktion durch Konzentration

Ich unterscheide die Konzentration auf Bilder, auf Kraftgegenstände, auf Spiegel und auf Mantren. Die Konzentration auf Mantren ist eine Hybride zwischen der rhythmischen  Induktion und der hier erläuterten Konzentrationstechnik. Auch das autogene Training und diverse grundlegende Imaginationstechniken zähle ich zu diesem Bereich. Die Konzentration auf Bilder ist weitgehend bekannt geworden durch die tibetischen  Mandalas und Thangkas, welche häufig genau zu diesem Zweck hergestellt werden. Die Konzentration auf optische Objekte wird durch ein bewegungsloses Starren erreicht. Die Augen werden auf das Bild gerichtet und ohne die Augäpfel weiter zu bewegen oder zu blinzeln bleibt der Blick auf das Bild gerichtet. Dabei kann es sein, dass die Augen nach oben oder sonstwohin wegwandern. Dies sollte unterbunden werden (meine Augen wandern immer nach oben, als Maßnahme dagegen befinden sich meine Augen bereits in der obersten Position, die möglich ist, wenn ich zu Starren anfange).

Das Tränen, welches nach kurzen Momenten einsetzt und den Drang zu blinzeln erhöht, muss erfolgreich bekämpft werden. Nachdem die optische Rückkoppelung eingesetzt hat, kann das Objekt der Meditation mit offenen Augen weiter erkundet werden. Im Zusammenhang mit entheogenen Substanzen ist der Moment des "Umschlagens der Wahrnehmung" viel deutlicher wahrzunehmen und öffnet den Gegenstand der Konzentration im Betrachter. Je nachdem, welches Objekt zum Starren benutzt wird, variieren natürlich die Erfahrungen. Ein Mandala aus Tibet kann ein Tor in die Geisterwelt werden, Spiegelmeditationen vor einem normalen Spiegel eine Selbstreflektion und Selbstanalyse bewirken - die dabei entstehenden Bilder im Spiegel stellen verschiedene Aspekte des Selbstes dar und können intensiv studiert werden. Spiegelmeditationen vor einem Schwarzspiegel können denselben als Tor für Geister eröffnen oder das Bild eines bestimmten Geistes erscheinen lassen.

Die Konzentration auf Kraftgegenstände wie Steine, Bergkristallen, Federn oder ähnliches öffnet die dem Gegenstand eigene Kraft der Transformation oder Veränderung der Wahrnehmung. Hilfsgeister oder Verbündete zeigen dann ihre Fähigkeiten. Innerhalb schamanischer Seancen benutze ich ab und zu die Technik des Starrens um Klienten zu diagnostizieren oder mit sich selbst zu konfrontieren. Einhergehend mit der Konzentrationstechnik ist es sehr nützlich, eine Körperhaltung zu beherrschen, die es ermöglicht, lange und bequem zu sitzen, ohne die Haltung zu verändern. Die Technik des Asanas aus dem indischen Yoga kann also sehr gut mit den Konzentrationstechniken zusammen gebraucht werden. Dank der modernen Computertechnik und den leistungsfähigen Mikroprozessoren ist es möglich geworden, fraktale Graphiken zu erzeugen, die eine äußerst starke psychedelische Wirkung und Faszination ausüben. Ich selbst rendere sogenannte Zoomfilme, in denen Fraktale immer weiter vergrößert werden – der Zuseher fällt quasi in diesen Wahrnehmungstunnel hinein und gelangt auf diese Weise in die NAW – vorausgesetzt, er besitzt einen starken Rechner und eine gute Graphikkarte. Interessant ist, das die asiatische Ornamentik und die tibetischen Mandalas starke Ähnlichkeiten mit einigen Formen der fraktalen Mathematik aufweisen.

Ähnlich kann mit Mantren verfahren werden. Ein Mantram wird im Geiste ständig wiederholt, solange bis es den Geist vollständig ausfüllt. Das Mantram beginnt sich zu verselbstständigen, ins Unbewusste hinabzusinken und seine Wirkung zu entfalten. Gute Erfahrung habe ich auch damit sammeln können, mehr als ein Mantram gleichzeitig zu gebrauchen. Dann beginnt es Wirkung zu entfalten und die Zeit endet. Trance setzt nicht unmittelbar nach den ersten Momenten ein, wenn diese Technik eingesetzt wird. Es dauert einige Zeit, bis Du dich vollständig auf das Mantram eingelassen hast. Lange Zauberformeln oder Anrufungen, die rezitiert werden, betrachte ich auch als nichts anderes wie ein Mantram - nur, dass sie eben viel länger sind. Als Beispiel erwähne ich die henochischen Schlüssel, die durch Rezitation und Vibration alleine bereits Wirkung entfalten können. Das Singen von Melodien oder "Spirit-Songs" fällt ebenso in diese Sparte. Das rhythmische Wiederholen der  wenigen Liedzeilen versetzt bereits nach kurzer Zeit in eine Trance. Innerhalb der Ghost- Dance Bewegung wurde neben diesem Effekt auch der Tanz und die weiter unten erwähnte Technik der Sinnesbeschäftigung angewendet.  Wer sich mit magischen Techniken befasst, wird sicher schon über die Schulung der Imaginationsfähigkeit gestolpert sein, in der zuerst einfache Formen imaginiert werden, weiters dann die Sinne einzeln angesprochen werden (zum Beispiel, die Imagination des Geschmackes eines Apfels) und dann langsam die Intensität gesteigert wird. Ich persönlich halte eher wenig davon, da es die Fähigkeit des menschlichen Gehirnes nicht fördert, in vielen Bahnen gleichzeitig zu agieren.

Dabei werden im Rahmen seiner Übungen ein oder zwei Sinne total in Anspruch genommen, während ein dritter dadurch Automatismen zu entwickeln beginnt, weil der Verstand damit beschäftigt ist, die anderen zwei zu überwachen. Die Beobachtung des dritten Sinnes, der automatisch und frei assoziiert, ist der Trick dabei. Als Beispiel ein eigener Weg: Ich trommele und singe während meiner schamanischen Sitzungen. Abgesehen vom Trancesteigernden Effekt des Singens und Trommelns bin ich auf die beiden  Tätigkeiten konzentriert, während mein inneres Auge frei assoziierend in der Geisterwelt sieht. Die Resultate sind erstaunlich. Im Ghost-Dance wurde gesungen, im Kreis getanzt und die optischen Sinne durch weiße Federn, die vor den Tänzern geschwungen wurden (in einem bestimmten, dem Tanzschritt widersprechenden Rhythmus), gebunden. Wie oben bereits angedeutet, funktioniert das auch in der Mantramistik.

Wege aus der Trance

Aus den meisten Trancezuständen kommst Du so schnell wieder heraus wie Du hineinkommst. Das schlimmste, was passieren kann in diesen Trancen ist, das Du einschläfst oder dich an nichts erinnerst, was währenddessen geschehen ist. Einige Tranceinduktionen sind jedoch nicht ganz so leicht zu beenden und erfordern zum Teil auch ausdrücklich die Hilfe von Außenstehenden. Bei einigen Trancetechniken sind auch Besessenheitszustände erwünscht. Je tiefer die Trance hier wird, desto mehr geht die Kontrolle verloren und Du bist häufig auf Hilfeangewie sen, dort wieder hinauszukommen. Zieht sich eine Besessenheitstrance über längere Zeiträume hinweg, wie im Voodoo oder in manchen magischen oder schamanischen Ritualen, geht der Geist manchmal von selbst und lässt dich erschöpft zurück. Geht er nicht, muss er exorziert werden. Dies geschieht am besten durch eine fachgerecht ausgeführte Bannung, wobei der Besessene manchmal dabei festgehalten werden muss. Der Geist kann da  unkooperativ genug sein, so das ein Exorzismus für die Beteiligten auch gefährlich werden kann, körperlich und energetisch. Diese Geister werden alles versuchen, das sie nicht exorziert werden. Von Schmeicheleien bis hin zu echter Aggression und Handgreiflichkeiten ist da alles drin. Beim eigentlichen Exorzismus ist es sinnvoll, nicht gleich mit der Keule

anzurücken. Die einfachste Form des Exorzismus ist ein bannendes Ritual, wie das gnostische Pentagrammritual (siehe Anhang A) oder das Ziehen eines Chaossterns vor dem Geist. Die Verwendung vertreibender Räucherungen wie Asa Foetida oder Salbei können eine unterstützende Maßnahme sein. Die Extraktion des Geistes ist eine stärkere, aber sehr heikleAngelegenheit. Der Geist kann in den Exorzierenden einfahren, wenn der nicht aufpasst und sich zu schützen weis. Der Schock oder Schreck durch plötzliche, heftige Sinneseindrücke vertreibt ebenso einen solchen Geist. Direkt in das Auge gehaltenes Taschenlampenlicht (wenn es dunkel ist), akustisches Erschrecken oder auch einen Eimer Wasser ins Gesicht des Besessenen sind effiziente Gehilfen beim exorzieren – je nach Situation und Umständen. Der Vollständigkeit halber und weil im zweiten Teil darüber etwas ausführlicher geschrieben wird, erwähne ich den Vitalkraftschock als weiteres Mittel, das den Exorzierten in eine Ohnmacht bringt, aber den Geist sehr effizient exorziert. Der Exorzierende muss einschätzen können, wann der Geist nicht mehr im Körper des Trancetechnikers ist. Ein paar Anhaltspunkte gibt es dazu.

Die Körperkontrolle ist wieder vorhanden, und/oder der Exorzierte antwortet auf Fragen in vernünftigen und normalen Sätzen, die Pupillenreflexe sind wieder normal. Besessenheit ist also nichts, das Du mal einfach schnell so nebenbei versuchen solltest. Glücklicherweise sind diese wirklich tiefen Besessenheitszustände eher selten. Genug mit der allgemeinen Einführung, auf zur praktischen Seite – was wir mit der Trance so alles anfangen können. Im Anhang B habe ich eine zusammengestellte Tabelle verschiedener Trancezustände angefügt, um den schamanischen Bewußtseinszustand in Relation zu anderen, bekannten Meditationstechniken, zu setzen.

 


 

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