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Die Schamanische Reise

Das schamanistische Paradigma in unserem Kulturkreis (und eingeschränkt in dentraditionellen Kulturen) ist von der Grundkonzeption her individualistisch geprägt. Es existiert ein Satz an Techniken, die bei jedem praktizierenden jedoch im Detail verschieden realisiert werden. Schwerpunkte werden bei den verschiedenen Kulturen auf die Techniken gelegt, die im jeweiligen Kontext am besten geeignet sind, das Überleben zu garantieren.

Im tuvinischen Schamanismus kann das sehr gut beobachtet werden: die einzelnen Schamanen haben gewisse real existieren. Stelle ihn Dir im Geiste vor und versuche ihn mit all deinen Sinnen wahrzunehmen. Je intensiver die Wahrnehmung ist, desto mehr bist Du an diesem Ort präsent. Suche nun eine Möglichkeit nach oben oder unten zu gelangen. Es ist deiner Phantasie keine Grenzen gesetzt. Der Tunnel (oder was auch immer) wird irgendwann einmal enden. Es könnte sein, dass Hindernisse deinen Weg behindern. Versuche sie zu erkennen und zu umgehen. Wenn es gar nicht klappen will, einfach einen neuen Eingang finden. Der Ausgang des Weges, den Du gewählt hast, befindet sich entweder in der schamanischen Ober oder Unterwelt, oder einfach in der Anderswelt (wenn Du die nachfolgende Technik gebrauchst).

Wenn Du aus deiner Reise zurückkehrst, gehst Du einfach den Weg in die andere Richtung und kommst an deinem Platz heraus. Kehre immer zurück, übereile diesen Schritt nicht. Denn es ist ein Teil deiner Seele auf Wanderschaft, und es ist einfach besser, vollständig aus deiner Reise wieder herauszukommen. Die schamanische Reise ist eng verwandt mit dem luziden Traum und dem Träumen im allgemeinen. Folgende Beobachtung ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert: Je intensiver die schamanische Reise trainiert wird, desto seltener wird es in der Nacht nichtluzide Traumereignisse geben.

Ich erlebe diesen Zusammenhang sehr deutlich. Wenn ich in einer inaktiven Phase bin, in der ich vielleicht nur dreimal im Monat schamanisch reise, dann nehmen meine Traumaktivitäten stark zu, wobei die Träume präluzid und luzid sind. In Phasen starker schamanischer Aktivität nehmen die präluziden Träume in der Häufigkeit ab, während die Luzidträume in etwa gleich häufig sind. Generell nimmt die Anzahl der luziden Träume zu, je länger und je intensiver schamanisch gearbeitet wird. Diese Beobachtung lässt den Schluss zu, das Traumkörper und schamanischer "Reisekörper" identisch, oder doch von großer Ähnlichkeit sind. Die schamanische Wirklichkeit wird in fast allen Kulturen in Ober-, Mittel- und Unterwelt unterteilt. Es gibt jedoch immer wieder auch Schwerpunkte – so kann es sein, das überwiegend die Unterwelt oder die Oberwelt bereist werden, oder sogar nur die mittlere Wirklichkeit.

Diese Dreiteilung ist sogar im Christentum überliefert, dort jedoch mit einem moralischen Unterton. In vielen Kulturen werden diese Welten durch einen Baum als vertikale Achse miteinander verbunden. Im keltogermanischen wurde dieser Baum Yggdrasil ("Schreckliches Pferd") genannt und mit einer Esche oder Eibe identifiziert. Das Erklettern des Lebensbaumes wird oft als Mut- und Kraftprobe gesehen. In einigen Gegenden Zentraleuropas wird dieser Brauch noch heute gepflegt. Dabei kommt erschwerend hinzu, dass der Maibaum (um den dreht es sich hier) noch mit Fett eingerieben wird. In schamanischen Kulturen erklettert der Schamane den Baum, um damit symbolisch seine Fähigkeit zu zeigen, zu den verschiedenen Welten reisen zu können. In Nepal erklettert der Schamane im Rahmen einer formellen Initiationszeremonie den Baum. Folgende Variante ist aus dem keltischen abgeleitet:

Du siehst dich selbst in dem Raum stehen, in dem Du die Reise beginnst und in dem Du dich physisch befindest. Dann lässt Du Nebel aufsteigen, bis dieser deine Sicht total einnimmt. Nach kurzer Zeit verzieht sich der Nebel wieder und Du befindest dich "auf der anderen Seite" in der Geisterwelt. Am Ende deiner Reise lässt Du einfach wieder Nebel aufsteigen, diesmal in der Geisterwelt, und kehrst auf diese Weise wieder in den Raum zurück, von dem aus Du die Reise begonnen hast. Diese Methode ist einfacher und oft schneller realisierbar als die herkömmliche Methode mit dem Tunnel. Die Unterscheidung von oben und unten fällt hier allerdings weg. Kulturelle Elemente in ihrer schamanischen Praxis gemeinsam, die jeweilige Art und Weise der Umsetzung ist jedoch natürlich sehr individuell ausgeprägt.

Als tranceförderndes Instrument wird häufig die Trommel verwendet (gerade in neoschamanischen Kreisen kann man immer wieder eine regelrechte Trommelbesessenheit beobachten). Andere Instrumente wie Didgeridoo, Rasseln, Rainmakers, Klangschalen usw. sind ebenso gebräuchlich. Sinn und Zweck dieser Instrumente ist es in diesem Zusammenhang, durch monotone Geräusche die sogenannte sensory deprivation zu erlangen, welche die eigentliche Trancereise erleichtert. Die Wahl des Instrumentes bestimmt auch den groben Rahmen der Reise, und wie die Reise erlebt wird. Derjenige, der das Instrument bedient, sollte zumindest wissen, dass die Intention des Instrumentalisten mindestens genauso wichtig ist, wie das Instrument selbst.

Die Intention wirkt auf das Spielen des Instrumentes und überträgt diese auf den schamanisch Reisenden. Ebenso ist ein Instrument als Abgrenzung der Reise sehr wichtig. Keine Musik - keine Reise (mehr). In der Praxis bewährt es sich, ein Rückholsignal zu vereinbaren, welches nach einer festgelegten Zeitspanne gespielt wird, um dem Reisenden zu bedeuten, er möge zurückkehren von seinem herumgetingele in der Geisterwelt. Die Trommel und das Kostüm haben im traditionellen Schamanismus neben zahlreichen anderen schamanischen Bedeutungen auch Schutzfunktionen und trancefördernde Aufgaben. Fransen vor den Augen irritieren und versperren den Blick auf die alltägliche Wirklichkeit. Bereits das Anlegen des Kostüms ist trancefördernd, da das Schamanenkostüm selbst mit Dingen der Geisterwelt bestückt ist.

Dadurch allerdings wurden Schamanen in der Sowjetunion leicht ausfindig gemacht. Während der kommunistischen Regierung wurden Schamanen gnadenlos verfolgt. Bereits der Besitz einer Trommel oder eines Schamanenspiegels konnte den Tod des Besitzers bedeuten. Der Schamanismus wurde auf diese Weise beinahe ausgerottet. Schamanen wurden aus Flugzeugen geworfen, weil man der zynischen Auffassung war, sie sollten ihren Seelenflug demonstrieren. Die Schamanen hatten starken Einfluss auf die Bevölkerung und standen dem sozialistischen Machtapparat dabei im Wege. Nur wenige Schamanen überlebten diese Zeit. Heute besinnen sich die sibirischen Stämme wieder und beleben die alte Tradition wieder, die fast ausgestorben war.

Der Rhythmus der Trommel und der schamanische Gesang erklingt heute wieder ungestört und bildet wieder eine Brücke zwischen Wirklichkeit und Anderswelt. Ich selbst benutze die Trommel als tranceförderndes Instrument für den Klienten und für mich selbst als "Reittier". Tranceinduktion und eigentliche Trance erreiche ich auch ohne Trommel. Innerhalb einer schamanischen Seance verwende ich die Trommel gerne, um dem Klienten es leichter zu machen, in Trance zu geraten. Es handelt sich um eine Art von Mental- bzw. Astralwanderung. Die Erfahrung ist, wenn sie gemeistert ist, bedingt vergleichbar mit den OOBE - Erfahrungen völliger Abspaltungen. Es ist wichtig, ein Thema zu besitzen, welches auf der Reise bearbeitet werden soll. Reise in deiner Anfangszeit nie ohne klar formuliertes Thema. Es ist ein Unterschied, ob ich formuliere: "Ich will mein Krafttier suchen" oder "Ich will mein Krafttier finden". Denke darüber einmal nach. Sprache ist sehr präzise in ihrer Aussagekraft. Suche Dir einen Platz in der Natur, der Dir gut gefällt und präge ihn Dir ein. Der Platz muss nicht notwendigerweise

Bücher zu diesem Thema

  
  

      

Reisen in der Praxis Teil 1

Das erste sinnvolle Thema, das in unserer ersten schamanischen Reise behandelt werden sollte, ist das Krafttier. Das Krafttier besitzt in den verschiedenen schamanischen Kulturen sehr unterschiedlichen Stellenwert.

Jeder Mensch besitzt ein oder mehrere Krafttiere. Das Krafttier ist eine Art Verbündeter, der dein Führer in der Geisterwelt ist. Es gibt viele Wege, das eigene Krafttier zu finden oder kennen zu lernen. Ein möglicher ist die Reise. Das Thema wird für die erste Reise also lauten: "Ich will mein Krafttier finden." Eine schamanische Reise sollte für Anfänger immer mit einem Thema verbunden sein!

Die Geister sind eher zur Stelle, wenn eine präzise Intention mit der Reise verbunden wird. Später, mit fortschreitender Routine sind Freistilreisen ebenso interessant. Ich selber mache längst beides sehr gerne, obwohl ich nach wie vor eher themengebunden arbeite. Das Krafttier ist in der Regel darauf erpicht, Kontakt mit Dir aufzunehmen. Ist es nicht anwesend, rufe es oder suche es.

Krafttiere geben sich als solche ganz leicht zu erkennen. Sie verhalten sich von der normalen Reaktion, die Wildtiere uns Menschen gegenüber haben, sehr stark abweichend und sind zutraulich. Oft sprechen diese Tiere sogar – allerdings neigen sie eher dazu, sich in Form von Handlungen oder Mimik mitzuteilen. In der ersten Reise lernst Du dein Krafttier kennen und spielst eine Weile mit ihm. Später kannst Du dich vom Krafttier an Orte in deiner Geisterwelt bringen lassen oder zu anderen Geistern, die Dir in speziellen Fragen weiterhelfen wollen. Wie schon erwähnt, kannst Du mehr als ein Krafttier besitzen.

Dabei hat sich herauskristallisiert, dass bei mehreren Krafttieren jedes ein eigenes Spezialgebiet hat, für das es zuständig ist. Für Kraft könnte es beispielsweise ein Bär sein, für Voraussicht ein Adler, für Tapferkeit ein Wolf. Fabeltiere sind als Krafttier nicht sehr häufig, aber auch anzutreffen. Prähistorische oder ausgestorbene Tierarten gibt es ebenso. Dein Tier, das Du in deiner ersten Zeit findest, muss nicht notwendigerweise dein einziges bleiben. Es gibt viele Menschen, deren Tiere von Zeit zu Zeit wechseln. Das eine Krafttier geht, um einem neuen Platz zu machen. Warum das so ist, darüber kann nur spekuliert werden. Eine Interpretation läuft darauf hinaus, das das jeweilige Tier der Lebenssituation des Schamanen entspricht.

Mein eigenes hingegen habe ich seit nun knapp drei Jahrzehnten - also gibt es vielerlei Möglichkeiten. Zur Thematik des Krafttieres gehe ich anschließend noch detaillierter ein. Jeder Mensch reagiert verschieden auf die schamanische Reisetechnik. Eine sehr häufige Reaktion ist, dass zwar ein Kraftplatz gesehen wird und ein Eingang, aber der Reisende sich nicht fortbewegen kann. Eine häufige Ursache dafür ist in der Persönlichkeit des Reisenden zu suchen. Die Erwartungshaltung oder der Zweifel ist derart groß, dass alle anderen Bewegungen behindert sind. Der Reisende steht sich buchstäblich selbst im Weg. Zweifel an der Gültigkeit oder Echtheit der Vision ist eine typische Erziehungssache im Westen. Der Geisterwelt wird die Existenz abgesprochen, da sie mit der Naturwissenschaft (noch) nicht vereinbar ist.

Ein sehr guter Tipp, um dieses Problem anzugehen ist, einfach während der schamanischen Arbeit davon auszugehen, das es funktioniert. Nach der Reise und der Nachbearbeitung kann dann immer noch der Zweifler zurückkehren. Gelegentlich gibt es Menschen, die gar nichts sehen, wenn sie die Augen schließen, und sich einen Kraftplatz vorstellen sollen. Das Führen einer schamanischen Reise, indem ein Schamane einem solchen Menschen die Bilder beschreibt, die er erleben soll, kann diesen Menschen zur Vision führen. Vielleicht aber sind es eher akustisch oder sensorisch veranlagte Menschen. Also nicht gleich aufgeben, bloß weil man keinen optischen Eindruck von der Geisterwelt besitzt. Während der Reise wird oft zwischen Bildern umhergesprungen.

Das ist völlig normal und stört normalerweise nicht weiter. Später mit zunehmender Übung nehmen diese Sprünge in der Häufigkeit ab. Wenn Du innerhalb einer Reise aus irgendeinem Grunde herausgerissen wirst, und in die alltägliche Realität zurückkehrst, breche nicht gleich in Panik aus. Du kannst sofort an der Stelle weitermachen, an der Du unterbrochen wurdest. Wenn Du allerdings nicht mehr dorthin gehst, ist eine geringe Chance eines Seelenverlustes gegeben. Normalerweise bist Du aber mit deinen Verbündeten unterwegs, und daher ist diese Chance äußerst klein. Die Klarheit der Vision ist Anfangs oft etwas getrübt. Auch das ist normal. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Reisen ist wie ein Musikinstrument, das geübt werden will, wenn es beherrscht werden soll. Gegenstände, die Geister Dir in der Geisterwelt anbieten, kannst Du ohne Probleme mitnehmen, wenn Du weist, was sie bedeuten oder ob Du sie mitnehmen darfst. In der Regel verhält sich der Anfänger in der Geisterwelt wie ein kleines Kind. Selbstverständlichkeiten wie Höflichkeit, freundliche Distanz oder die normalen Umgangsformen wie zum Beispiel Fragen bei Unklarheit liegen oft sehr fern.

Dadurch entstehen Missverständnisse in der Geisterwelt und man kann es sich mit dem einem oder anderem Geist sogar verscherzen. Ein großes Problem ist die Einschätzung des Ergebnisses der Reise an sich. Wichtig dabei ist, dass die eigene Reise nur von Dir selbst interpretiert werden kann. Hilfestellung erfahrener Reisenden sind höchstens Anregung zur eigenen Sicht der Reise. Ein Charakteristikum der schamanischen Arbeit ist, dass Antworten oft erst sehr viel später richtig verstanden werden. Manche Sachverhalte versteht der Reisende einfach falsch und muss erst geistig reifen, um die Antwort oder die ganze Reise richtig zu verstehen.

Dieser Prozess hört niemals auf. Selbst nach Jahren der Praxis tauchen diese Schwierigkeiten noch auf. Neulinge neigen oft dazu, die Antworten absolut buchstäblich zu nehmen, oder Gefühle für bare Münze zu nehmen. Die daraus resultierenden Scheuklappen versperren die Sicht auf neue Antworten oder andere Sichtweisen. Das kann soweit führen, dass man sich in ein Universum hineinsteigert, welches durch immer mehr beschränkte Visionen determiniert  wird. Dabei tritt auch gerne das Phänomen der Selbstüberschätzung oder des inflationären Egos auf. Deswegen ist es sehr gut, mit anderen Schamanen in Kontakt zu bleiben, um die eigene Vision zu beurteilen. Leider fehlt in der westlichen überlieferten Kultur weitgehend ein kontrollierendes mythologisches Element, welches die Reise in ein festes Weltbild einbindet, wie es in traditionellen schamanischen Kulturen üblich ist. Die alteuropäische Matrix der Geisterwelt beginnt jedoch wieder langsam an Popularität zu gewinnen, auch wenn es nach wie vor schwierig ist, die NS-Vergangenheit als solche zu verarbeiten. Dieser Mangel ist aber  gleichzeitig eine große Chance, eigene und neue Mythen zu erschaffen. Nach einiger Zeit wirst Du feststellen, dass es gewisse Regeln oder eine Art Geographie in der Geisterwelt gibt. Die ist bei jedem von uns verschieden und bietet für den persönlichen Mythos viel Nahrung. Schamanisten sollten sich im Laufe ihrer Arbeit langsam eine Art  Landkarte zusammenstellen, auf der die wichtigsten Örtlichkeiten der Geisterwelt eingezeichnet sind. Es ist eine ganze Welt dort in der Geisterwelt zu erkunden. Bei manchen kann dies sehr schwierig sein, da sie sich vielleicht ständig ändert, bei anderen wiederum lässt sich tatsächlich eine Art Karte zeichnen.

Orte wie der Weltenbaum, der Eingang ins Reich der Toten, der Fluß der Zeit, des Schicksals, der Seelen, des Lebens und deren Quelle, wichtige Orte an denen sich Lehrer oder Spezialisten aufhalten, Landmarken wie auffällige Berge, Seen usw. usf. Die Geisterwelt ist nicht unbelebt. In meinen eigenen Reisen tauchen oft unerwartete Begleiter auf: Tiere verschiedenster Sorten und viele Arten von Geister. Selbst Städte können sich dort befinden. Vielleicht gibt es vor dem Eingang des Totenreiches einen Ort, an dem ein Wächter Opfer verlangt oder einen Kampf fordert. Die Geisterwelt ist eben nicht ein rosarotes Traumparadies sondern Ursprungsort der Mythen. Ein Beispiel eines alten mythologischen Aufbaus einer Geisterwelt findet sich im zweiten Teil über die Runen. Es ist


Reisen in der Praxis Teil 2
 
auch interessant zu erforschen, ob und wie viele weitere Unterwelten sich unter der ersten befinden oder wohin man kommt, wenn man in den Himmel (irgendeiner) Unterwelt reist: In die Oberwelt oder woandershin? Es ist auch für den Realitätscharakter der Geisterwelt von Vorteil, sich diverse Skizzen oder Karten zu zeichnen. Mit der Zeit entsteht so ein persönlicher mythischer Raum mit eigenen Erzählungen. Schamanen waren und sind hervorra gende Geschichtenerzähler. All das Gesagte gilt natürlich analog für die mittlere und die obere Welt - oder für jede andere Welt, die schamanisch erreicht werden kann.

Meine eigene untere Wirklichkeit hat eine eigenartige Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen. Sie ist irgendwie verkehrt – wo bei uns Osten ist, ist dort Westen. Ich erlebte vor einigen Jahren, wie mir mein Krafttier einen besonderen Ort zeigte. Das interessante an diesem Ort ist, das es sich um eine abgeflachte Bergspitze handelt. 1998 oder so las ich dann in einem Buch über südamerikanischen Schamanismus eine Beschreibung exakt dieses Ortes – mit vielen Übereinstimmungen, was die dort anwesenden Geister betrifft. Auf meine Frage lachte mein Krafttier nur, warum ich es nicht schon längst gewusst hätte. Heute weis ich, nachdem ich mir die weitere Umgebung angesehen habe, das es sich um Südamerika handelt, vor ungefähr 15 bis 20 Tausend Jahren. Du wirst innerhalb deiner schamanischen Laufbahn immer wieder sehr intime Informationen über dich, deine Verbündete und deine Klienten erhalten. Es ist sehr wichtig dabei sich zu vergewissern, wie viel der Informationen überhaupt anderen Menschen mitgeteilt werden dürfen. Ein Beispiel sind Namen. Ein Geist, der Dir seinen Namen mitteilt, hat ihn nur DIR mitgeteilt, und niemandem sonst. Falls Du über diesen Namen nun Informationen suchst, solltest Du, wenn die Geister weiter nichts dazu sagen, eher davon ausgehen, das der Name ein Geheimnis darstellt. Du kannst mit diesen Namen den Geist sehr schnell rufen und hast einen direkten Kanal zu ihm.

Das gilt dann natürlich auch für alle anderen, die den Namen kennen. Du solltest ähnlich mit deinem eigenen schamanischen Namen verfahren, dein Gefühl kann Dir da ein sicherer Wegweiser sein, in jeden Fall vorher  die Verbündeten erst einmal befragen, bevor Du deinen eigenen schamanischen Namen anderen Menschen mitteilst, denn vielleicht ist er nur für die "Ohren" der Geister bestimmt. Da es für den durchschnittlichen Leser durchaus ein Problem sein kann, die Realität und Eigenständigkeit der Geisterwelt zu akzeptieren, hier eine kleine Übung, die ich seit Jahren in meinem Trommelkreis durchführe, um Neulinge oder die Alteingesessenen vor die Realität ihres Erlebens zu stellen: Du suchst ungefähr zwei Dutzend oder mehr interessante Photographien heraus und legst diese in einzelne, undurchsichtige Briefumschläge ab. Bei einer Trommelsitzung dann ziehst Du einen der Umschläge, lässt ihn verschlossen und legst ihn in die Mitte des Kreises. Die Gruppe reist dann mit Krafttier usw. in die Szenerie, die auf dem Photo gezeigt wird. Eine Variante ist, eine kleine Schachtel zu verwenden, in der ein schamanisch bedeutsamer Gegenstand hineingelegt wird, der dann auch im Blindversuch angereist wird.

Auf diese Weise kannst Du zwei Dinge nachprüfen: inwieweit sind die Aussagen buchstäblich und inwieweit übertragen zu sehen. Du kannst auf diese Weise ein schamanischen „hic rhodos hic saltas!“ durchführen, wenn Du einem eingebildeteren Zeitgenossen mal einen Zahn ziehen möchtest, und gerne wissen willst, ob seine Behauptungen zutreffen oder nicht. Du kannst auf diese Weise verborgene Fähigkeiten des Gegenstandes oder besondere Dinge des Ortes auf der Photographie schamanisch bereisen lassen, ohne die Reisenden mit Informationen vorzuprogrammieren. Ich nehme immer so ca. 30 Umschläge mit und lasse einen Teilnehmer einen Umschlag ziehen, der dann bereist wird. Die Thematik lautet dann immer: Den Ort zu bereisen, der auf der Photographie im Umschlag zu sehen ist. Zusatzaufgaben könnten beispielsweise lauten: um spirituelle oder schamanische


Aspekte zu finden; um die energetischen Besonderheiten zu erkunden, um den dortigen Genius Loci zu besuchen. Meine erste schamanische Reise stellte mich sofort meinem tiefsten Zweifel gegenüber, ob ich sie wirklich durchgeführt habe oder nicht. Ich glaubte es einfach nicht. Sie war eher nebulös, mein Krafttier war eines, das ich bereits im Alltag kannte und überhaupt ging alles zu einfach – ich muss im Nachhinein sagen, das die Geister mit mir viel Geduld hatten und mir immer härtere Brocken vor die Nase setzten, um meine Zweifel auszuräumen. Nun, da ich bereits auf viele Jahre schamanischer Praxis zurückblicke, müssen mir die Geister das nicht mehr so stark  beweisen. Ich bin da hartnäckig, was Zweifel angeht. Solange Du mit deinen Zweifel auf konstruktive Weise umgehen kannst, ist es gut, sie im Hinterkopf zu behalten. Leider können Zweifel auch alles zunichte machen, was Du erstrebst. Die Kraft folgt dem Gedanken. Meine Reisen wurden im Laufe der Jahre immer intensiver und hatten immer stärkeren Erlebnischarakter

 

Solltest Du noch mehr Informationen über esoterische Themen haben wollen, dann komm doch zur CamelotAkademie.de -Website.


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