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Die Schamanische Sitzung

Über speziellere Techniken schreibe ich hier nur wenig, da bereits vielseitige Literatur zu diesem Thema erschienen ist, und die Geister ohnedies ihren eigenen Weg gehen in diesem Punkt. Die besprochenen Wege sind also als Anregung zu verstehen. Ich verweise auf Uccusic, Harner, King, Hall und Farmer, Bevor sich Anfänger auf diesem Gebiet versuchen, möchte ich dazu anmerken, dass der schamanisch Praktizierende Heilungen NICHT berufsmäßig oder gewerbsmäßig ausüben darf, ohne die gesetzliche Bedingungen dafür zu erfüllen, die im Heilpraktikergesetz niedergelegt wurden - in meinen Augen wird damit der Berufsstand des Geistheilers und des Schamanen diskriminiert, stammt das Gesetz in seiner grundlegenden Form immerhin noch aus dem Dritten Reich (1939) und wurde gegen jüdische Wanderheiler eingesetzt. Es ist ein Jammer, dass das deutsche Recht noch solche Fossilien in sich birgt.

Solange Du also auf jegliche Entlohnung verzichtest, sei es Geld oder Sachleistung, liegst Du damit auf der sichereren Seite. Ein exzellenter Kontakt zur Geisterwelt ist eine der wichtigsten Voraussetzungen zum schamanischen Heilen. Die Geister wissen sehr genau, welche persönliche Grenzen und Befähigungen des Einzelnen vorhanden sind, und geben in der Regel korrekte Anweisungen.

Der Schamanist erhält durch seine Verbündeten die Befähigung, zu helfen. Um sich allerdings einige Fußangeln und Fehler zu ersparen, habe ich an dieser Stelle einige wertvolle Tipps zusammengestellt, die ein vade-me-cum für schamanisches Heilen sein könnten. Klienten müssen dem Schamanen zuerst einen Auftrag erteilen, eine schamanische Sitzung durchzuführen bevor der Schamane überhaupt aktiv werden darf. Ist ein Klient nicht mehr ansprechbar (in Koma, zu jung oder verstorben), sollten dessen Verbündete oder sein Geisterweltaspekt kontaktiert werden. Auch wenn der Klient den definitiven Wunsch hegt, schamanischen Beistand zu erhalten, kann es sein, dass die Geister eine Sitzung ablehnen. Daher muss immer abgeklärt werden, ob überhaupt eine schamanische Hilfe angeraten ist - also: Geister fragen!

Der grobe Ablauf einer schamanischen Sitzung, wie ich sie durchführe, ist folgender: Zuerst grenze ich den Raum, den Klienten und mich von der Alltagswelt ab - das geschiehtd urch Trommeln und durch das Errichten meines "Tisches" (im Südamerikanischen Kulturraum heißt das "Mesa" - für mich ist der Tisch und die darauf befindliche Kerze der Mittelpunkt des Universums, zumindest solange die Sitzung andauert). Anschließend rufe ich meine Verbündeten, die Ortsgeister und die Geister meines Klienten an, und bitte sie um Hilfe bei der Heilung des Klienten. Danach gibt es mehrere Wege. Entweder ich erarbeite eine Fragestellung mit dem Klienten oder ich mache sofort eine schamanische Reise zu dem Problem des Klienten. Das Gesehene wird kurz durchgesprochen und was ich anschließend durchführen werde.

Nach der schamanischen Arbeit schließe ich die Aura des Klienten und danke den Geistern. Ein Spaziergang oder ein gutes Essen nutze ich zur Erdung - wenn nicht noch Arbeiten durchzuführen sind, die den Klienten nicht erfordern. Noch etwas: Es gibt niemals eine Garantie auf Erfolg. Jeder, der anderes behauptet, ist sehr anzuzweifeln. Auch gibt es natürlich keinen Absolutheitsanspruch des Heilers - der Klient sollte jederzeit die Möglichkeit behalten, den Schamanen zu wechseln, wenn er will.

Innerhalb einer schamanischen Sitzung habe ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht, in Volltrance zu arbeiten und mein Krafttier oder andere Geister zu invozieren. Dabei benutze ich selten eine Trommel oder etwas ähnliches, um in Trance zu geraten. Das Trommeln benutze ich, um den Klienten in Trance zu versetzen. Innerhalb dieser leichten Trance ist es für den Klienten einfacher, Dinge loszulassen und dem Geschehen beizuwohnen. Das alltägliche Bewußtsein ist sozusagen lahm gelegt während der Trance. Wenn es schnell gehen muss, verwende ich auch andere Techniken der Tranceinduktion beim Klienten, wie


Bücher zu diesem Thema
  
  

Schamanische Heilung Teil 1

Magnetisierung oder Schockhypnose. Die Trance des Klienten ermöglicht es, leichter Blockaden zu lösen, zu extrahieren oder andere energetische Arbeiten auszuführen.

Der Klient ist sensitiver und empfänglicher, und kann sich schneller auf die neue Situation einstellen. Es ist jedoch eher üblich und für den Anfänger auch einfacher, während der schamanischen Sitzung zwischen Trance und Alltagsbewusstsein hin und her zu springen. Der Trancezustand ist dabei ein sehr viel leichterer als in einer Volltrance und liegt unserem alltäglichen Bewußtseinszustand recht nahe. Der Schamane kann mit dem Klienten eine konkrete Fragestellung erarbeiten. Dabei wird sich der Klient bewußt, was er eigentlich vom Schamanen erwünscht. Dieser Findungsprozess selbst kann schon ein Teil des Heilungsprozesses sein, den der Klient durchmacht. Manchmal kann es erforderlich sein, ein sehr langes Gespräch mit dem Klienten zu führen. Dabei beleuchtet der Klient mit der Hilfe des Schamanen oft alle möglichen Aspekte seiner Krankheit. Der Schamane ist dabei eher zurückhaltend, gerade was eine eventuelle Deutung angeht. Mit der Zeit allerdings kann dein Erfahrungsschatz soweit gehen, das Du zumindest eine Tendenz feststellen kannst, ob eine Seelenrückholung, eine Besetzung oder etwas anderes zu tun ist.

Manche Klienten wissen ganz genau, was ihnen fehlt oder sie bedrückt. Im Gespräch haben die Klient en die Chance, ihr Erleben und ihre eigene Sicht der Dinge sich klarzumachen und dem Schamanen nahe zu bringen. Es gibt verschiedene Formen der schamanischen Erhebung eines Befundes (Diagnose). Im folgenden ist es unwichtig, ob die Fragestellung vorher erarbeitet worden ist, oder der Schamane sich selbst das Thema: "Was kann für N.N. schamanisch unternommen werden und was davon kann ich hier und jetzt durchführen?" stellt. Innerhalb der Foundation for Shamanic Studies wird gerne die Tunneldiagnostik angewendet.

Der Schamane reist in den eigenen oder den Tunnel des Klienten und versucht anhand des Vorgefundenen dem Klienten zu helfen. Oft ist bereits während dieser Reise die eigentliche Heilungsarbeit mit integriert, so dass der Schamane anschließend dem Klienten oft bereits erste durchgeführte Maßnahmen mitteilen kann. Im Tunnel können sich Gegenstände, Tiere oder Hindernisse, andere Geister oder irgendetwas anderes befinden, das der Schamane in irgendeiner Form bereinigen muss Eine andere Form der Heilungsreise ist die Reise in den Körper des Klienten. Dabei versucht der Schamane in der Reise in den Körper des Klienten zu gehen, um sich darin umzusehen. Genau wie bei der Tunnelreise kann es sein, dass bereits etwas getan werden kann. Jedoch dient diese Reise viel mehr der eigentlichen Befunderhebung. Anschließend können dann Extraktionen oder Seelenarbeiten anliegen. In meiner eigenen Arbeit habe ich gelernt, einfach durch das Betrachten des Klienten einen schamanischen Befund zu erheben.

Dabei gehe ich in Trance und bekomme einerseits von meinen Verbündeten und andererseits von visuellen  Eindrücken des Klienten in der Mittelwelt genaue Daten über das von mir machbare und den schamanischen Problemen des Klienten. Wie gesagt, das geschieht in Volltrance und ist leider nur schwer zu beschreiben. Ein Weg, um diese Technik für sich zu entdecken ist, den Klienten auf dem eigenen Kraftplatz oder einem anderen Ort in der Geisterwelt vor sich liegen zu haben. Die Geister wissen, wie das funktioniert. Jedenfalls kann der Befund auf diese Weise oft ebenso genau erhoben werden, wie mit anderen Techniken. Logischerweise können nicht nur Menschen schamanische Probleme haben, sondern auch Tiere. Bei Tieren ist es einfacher, schamanisch zu heilen. Es ist nicht notwendig, ihnen plausibel zu machen, was eigentlich gemacht wird.

Tiere sind immer präsent und - um es mit magischen Worten zu sagen - "Mit ihrem Willen Eins". Dadurch kann eine Sitzung für ein Tier weitaus effizienter und schlanker gestaltet werden als bei einem Menschen. Um es salopp zu sagen: Tiere brauchen kein Brimbamborium, um gesund zu werden. Auf dem Bild reinige ich gerade die Aura eines Schreiseeadlers, der einen traumatischen Seelenverlust erlitten hatte.

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Schamanische Heilung Teil 2

Bei einer Sitzung mit Tieren kann oft beobachtet werden, das sich Tiere außergewöhnlich ruhig verhalten. In natürlicher Umgebung finden sich am Ritualort oft auch wilde Tiere ein, die (teils aus Neugierde) einfach zusehen. Das Photo schoss Heinz Schell. Die Reise zum Baum des Lebens des Klienten ist ein Weg, die allgemeine Situation des Klienten zu erheben. In der Reise wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch einen Lebensbaum in der Geisterwelt besitzt, angelehnt an der Tradition sibirischer Schamanen, einen tatsächlichen Baum als persönlichen Lebensbaum zu besitzen. Das  Schicksal des Menschen ist eng verwoben mit dem Schicksal des Lebensbaumes, und so kann über den Klienten sehr viel herausgefunden werden. Probleme in der Zielfindung oder im Verwurzeltsein, im Verhältnis zur eigenen Kraft sind nur Beispiele der Themenkreise, die dadurch bearbeitet werden können. Manchmal kann der Klient mehr mit den Bildern anfangen als der schamanisch Tätige, manchmal aber muss der Schamane die gesamte Interpretationsarbeit selbst durchführen.

 

Dabei ist natürlich der vielbesagte gute Kontakt zur Geisterwelt nötig, und nicht zuletzt auch Erfahrung. Wenn der Klient selbst agiert, und ein Bild erzeugt, wie zum Beispiel eine Szenerie mit einem Boot oder seinen eigenen Lebensbaum beschreiben soll, grenzt diese Form der Diagnostik an psychologische Techniken der Befunderhebung. Wird ein Klient von mehreren schamanisch Tätigen diagnostiziert, ist es häufig, dass unterschiedliche Sachverhalte und Dinge gesehen werden. In der Regel bekommst Du immer genau die Dinge zu sehen, mit denen Du auch fertig werden kannst, in der anschließenden Sitzung. Erfahrungsgemäß haben Klienten oft eine ganze Anzahl an Problemen, da ist es nicht ungewöhnlich, das eben auch mehrere in der schamanischen Reise gesehen werden. Allerdings, wenn man die Abweichungen in der Symbolsprache des Einzelnen mal weglässt, gruppieren sich die Ergebnisse oft um zwei bis drei wichtige Kernprobleme. In großen Trommelkreisen kann genau dieses Phänomen gut beobachtet werden.

Als schamanischer „Befund“ können vielerlei Problemkreise auftauchen: Der Klient könnte einen Seelenverlust erlitten haben, Probleme in der Ahnenkette haben, die auf die ganze Familie Auswirkungen haben oder von Geistern besetzt sein. Es könnten spirituelle Fremdkörper im Körper des Klienten zu finden sein oder der Klient leidet unter geopathologischer Belastung. Geister könnten beleidigt sein oder in der Wohnung des Klienten ihr Unwesen treiben. Es könnten Probleme mit dem Totenreich oder nahen, bereitsverstorbenen Verwand ten auftreten. Immer häufiger tauchen in unserer Kultur Verhexungen auf, was darauf hinweist, dass auch die schlechten Seiten in uns in der esoterischen Szene ihren Platz haben. Im folgenden werde ich auf einige Problemkreise eingehen. Zunächst einmal die Extraktion spiritueller Fremdkörper oder von niedrigeren Geist- oder Elementarwesen.

Interessanterweise lassen sich alle schamanisch lösbaren Probleme auf drei Ursachen reduzieren, die oft in Kombination oder auch versteckt auftreten: Der Seelenverlust, die Besetzung und die Verzauberung. Zum dritten Komplex muss allerdings angemerkt werden, dass er wirklich selten ist. 99 von 100 Menschen, die glauben, Opfer einer magischen Attacke zu sein, sind es nicht. Drei Faktoren müssen eintreffen, damit ein magischer Angriff wahrscheinlich wird: Erstens, der Betroffene muss mit Personenkreisen bekannt sein, die tatsächlich in der Lage sind, wirksame Zauber zu verhängen (ist eher selten, auch wenn jetzt einige Egomanen laut aufschreien werden). Zweitens, der Betroffene muss einem Hexer einen triftigen Grund geben, magisch aktiv zu werden (das ist ein nicht zu unterschätzender Punkt) und drittens muss der Hexer dann auch tatsächlich aktiv werden. Die meisten vermeintlichen "Angriffe von Hexen" beruhen auf eine Verkennung der Umstände, auf eine krasse Selbstüberschätzung (Hach bin ich wichtig: Ich werde magisch angegriffen), oder schlicht auf ungestillte Sensationslust und Wichtigtuerei (um Minderwertigkeitsgefühle zu kompensieren). Geopathologische Belastungen rechne ich nicht zu den Dingen, die innerhalb der schamanischen Sitzung zufrieden stellend gelöst werden können (außer ich befinde mich an Ort und Stelle und kann durch Ratschläge helfen:

Die Hilfe der Geister ist in diesem Falle unnötig). Gebietsbesetzungen jedoch sind sehr wohl lösbar. Schamanisches Extrahieren bedeutet energetisches Reinigen des Energiekörpers des Klienten durch Saugen, herauszerren, verjagen oder anderen desinsektierenden Tätigkeiten - - Frage deine Verbündeten, wie Du selbst extrahieren sollst und lasse es Dir genau erklären.

Die schädliche Energie im Energiekörper des Klienten stellt sich innerhalb der schamanischen Reise oft insektenförmig oder amphibienförmig dar. Das Extrakt niemals mit bloßen Händen berühren ohne Schutzmaßnahmen ergriffen zu haben (Imagination von Bleiplatten oder andschuhen). Entsorgung des Extraktes in nahe gelegene fließende Gewässer oder in  speziell dafür vorbereitete Kristallwesen, die sich dazu einverstanden erklärt haben (die Flussgeister sollten auch kontaktiert werden. Es zeugt nicht von guten Manieren, den extrahierten Müll einfach so ins Wasser zu kippen). Falls Gehilfen zugegen sind, die trommeln oder andere Hilfestellung geben, dann müssen diese ausreichend vor den Energien, die freigesetzt werden, geschützt werden. Also zum Beispiel die Gehilfen nicht in die  Richtung positionieren, in die man das Extrakt schleudert. Der Placebo - Effekt ist eine jahrtausendealte Erfindung des Schamanismus. Beachte dies bei schamanischen Sitzungen. Wenn der Klient einen materiellen Gegenstand mit der schadhaften Energie assoziieren kann, ist der Effekt um ein vielfaches besser. Die Technik des schamanisches Saugens eignet sich für trickreiche Taschenspieler (der Schamane als Trickster!), allerdings erfordert das Saugen bereits viel Erfahrung und sollte nicht vom Anfänger durchgeführt werden.

Während der  aktiven Arbeit mit dem Klienten werden (zumindest bei mir) sehr viele andere Aspekte mit berücksichtigt. Fußreflexzonenmassage, Akupressur, Meridianlehre, Runenwissen und manuelle Therapieformen fließen homogen mit ein. Der Klient wird einer ganzheitlichen Behandlung unterzogen. Wer sich also plötzlich wie wild am Fuß herumdrückend wieder findet, sollte sich mal mit dieser Art des Wissens beschäftigen. Literatur und Kurse dazu gibt es ja in genügendem Umfang. Ich kenne zwei keltische Varianten, mit einer Wesenheit umzugehen, die extrahiert werden muss. Beide sind mit sehr viel Vorbereitungsarbeit verbunden und erfordern dafür aber im Nachhinein nicht mehr viel Zeitaufwand. Die erste Form ist das extrahieren durch vertreiben. Geister lassen sich einschüchtern, indem sie bedroht werden. Als Beispiel folgende fiktive Form eines Zauberspruches dieser Art:

Bei der Kraft des Bären, fahre aus!
Bei der Kraft des Adlers, fahre aus!
Bei der Kraft der Stürme, fahre aus!
Bei der mächtigen Kraft der Alpen, fahre aus!
Bei der Kraft des Biberkopfes, fahre aus!
Bei der Kraft der Zugspitze, fahre aus!
Bei der Kraft der Hohen Tauern, fahre aus!
Bei der Kraft der Donau, bei der Kraft des Lechs, der Wertach und der Mindel,
Bei der Kraft der Zwerge und Alben,
Bei der Kraft von Wotan, Thor, Loki,
Bei der Kraft von Fenris, Nidhögg, Naglfars und der Nornen - FAHRE AUS!

Jede dieser Anrufungen muss natürlich vorbereitet werden. Jeder zur Unterstützung angerufene Geist muss um Erlaubnis gebeten werden und gegebenenfalls in irgendeiner Form besänftigt oder sogar paktiert werden. Schamanen sind nicht nur Mittler zwischen den Welten sondern auch knallharte Händler mit den Geistern. Zahlreiche (vom Christentum  teils schwer pervertierte) Überlieferungen ranken sich um den Pakt mit Geistern (der christliche Teufelspakt dürfte wohl jedem ein Begriff sein). Kein Geist wird es lange im Körper des Klienten aushalten, wenn er mit geballter Kraft von vielen Geistern konfrontiert wird, und es vorziehen, das Weite zu suchen. Die Formel kann natürlich rhetorisch ausgefeilt werden, um sie zum Ende hin noch zu steigern. Der Schamane richtet seinen schamanischen Zeiger (beispielsweise den Trommelstock) auf den Eindringling, und fängt an, den Geist zu bedrohen. Falls das nicht hinhauen sollte, gibt es noch eine weitere Form der Zauberei, das Zerlegen. Der Eindringling wird in viele kleine Teile zerfetzt und über das ganze Land verteilt. Das hört sich (fiktiv) dann so an:

Ein Teil von Dir in die Donau!
Ein Teil von Dir in die Wertach!
Ein Teil von Dir in den Lech!
Ein Teil von Dir in die Alp!
Ein Teil von Dir auf den Kaiserstuhl!
Ein Teil von Dir in den Bodensee!
Ein Teil von Dir in den Schwarzwald!
Ein Teil von Dir in die Nordsee!
Ein Teil nimmt der Adler fort!
Ein Teil frisst der Wolf!
Ein Teil wird von den Würmern gefressen!
Ein Teil von den Krankheitsdämonen fortgenommen!


Auch hier muss mit jedem angerufenen Geist ein guter Kontakt hergestellt werden, bevor die Formel in irgendeiner Art wirksam werden kann. Mit jeder Anrufung rupft der Schamane ein Stück des Eindringlings aus und wirft es mit einer Geste an den bezeichneten Ort, ihn sich dabei kurz vorstellend. Entstehende energetische Löcher und Defizite müssen gefüllt werden. Womit erklären Dir die Geister. In der Regel durch odische Energie. Einige Heiler benutzen ausschließlich eigene Odkraft dazu - ich bitte mein Krafttier darum oder benutze Runenkraft oder den Chaosstern. Eine ganzkörperliche Aurenmassage ist ein guter Tipp. Das Benutzen  eigener Energie ist zwar in Ordnung, aber auf lange Sicht eher schädlich für dich, solange Du nicht für adäquaten Ausgleich sorgen kannst. Eine Maxime bei schamanischen Sitzungen sollte auch dein eigenes Wohlbefinden sein. Wenn Du körperlich geschafft bist, nach einer Sitzung ist das in Ordnung. Wenn Du geistig ausgelaugt bist, hast Du etwas falsch gemacht und solltest deine Technik überprüfen. Möglicherweise konfrontiert eine schamanische
Sitzung dich mit deinen eigenen Problemen.

Dann ist es unbedingt notwendig, das Du dich mit Dir selbst auseinandersetzt, deine Problematik angehst und schamanische Unterstützung bei erfahrenen Schamanen suchst, auch wenn Du selbst bereits erfolgreich mit Klienten arbeitest. Es ist sehr wichtig, in diesem Zusammenhang anzumerken, das nicht jeder dazu in der Lage ist eine schamanische Befunderhebung für sich selbst durchzuführen. Es handelt sich dann um eine Art Betriebsblindheit - die ich aber nicht auf das Helping-Syndrom zurückführe, wie es gelegentlich angedeutet wird. Die Geister tendieren eher dazu, Heilungen für dich selbst plötzlich und ungefragt durchzuführen. Daher ist es für aktive Schamanen wichtig, innerhalb einer schamanischen Trommelgruppe zu sein oder zumindest andere Menschen zu kennen, die schamanisch tätig sind. Selbstheilungen können auch durch verschiedene Körperhaltungen, die Felicitas Goodman entdeckt hat, erreicht werden. Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen mit der Bärenhaltung machen können. Auch der bewusste Umgang mit den eigenen Körperenergien durch Qi Gong oder Tai Ji ist sehr empfehlenswert. Schamanische Selbstreinigung sollte immer an die schamanische Sitzung anschließen, vielleicht haftet noch etwas der extrahierten Energie an Dir. Räuchere oder wasche Dir mit Wasser die Hände - oder lass Dir von deinen Verbündeten andere Wege aufzeigen. Wer behandelt Wen? ist eine sehr interessante Frage.

Innerhalb der schamanischen Arbeit von mir und vielen meiner Freunden fiel eine Gesetzmäßigkeit auf, die typisch ist für die Geisterwelt. Hatte ich beispielsweise Probleme mit diversen unangenehmen Geistern, hatte ich nur Klienten mit derselben Problematik. Ein Freund, der Heilpraktiker ist, berichtete davon, dass innerhalb seiner Praxis immer genau die Patienten auftauchen, die seine eigenen Probleme widerspiegeln. Herzbeschwerden hatten Patienten zur Folge, die genau diese Problematik zeigten usw. usf. Die Beispiele lassen sich natürlich fortsetzen, aber das Prinzip dürfte klar sein. Über Ursachen oder Konsequenzen kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Es ist in den meisten Fällen illusorisch anzunehmen, das Problem sei nach einer oder zwei schamanischen Sitzungen gelöst. Ist eine schamanische Sitzung erfolgreich abgeschlossen worden, hat man zwar die krankhaften Strukturen im Klienten aufgelöst, sublimiert oder entfernt, aber Gewohnheiten und Umfeld des Klienten ist immer noch gleich geblieben. Der Klient fällt ohne Nachbetreuung mit Sicherheit wieder in die alte Problematik zurück - früher oder später.

Am besten ist es, wenn der Klient in psychotherapeutischer oder medizinischer Behandlung steht und die schamanische Behandlung als Ergänzung betrachtet. Schamanismus ist keine Wundermedizin oder ein Allheilmittel. Damit eine schamanische Sitzung bleibenden Erfolg bewirken kann, ist es also für den Klienten auch wichtig, in Kontakt mit dem Schamanen zu bleiben (innerhalb einer Trommelgruppe oder durch persönlichen Kontakt), damit langsam eine Umstellung erreicht werden kann. Schamanische Sitzungen erfolgen in eigener Verantwortung des Klienten, mach ihm das klar. Es gibt natürlich keine Heilsgarantie, wer das Gegenteil behauptet spricht die Unwahrheit. Der Klient sollte sich darüber im klaren sein, dass die Sitzung NICHT professioneller Natur ist, sondern höchstens im freundschaftlichen Rahmen stattfinden kann, es sei denn, der Schamane ist Heilpraktiker oder Arzt.

Solltest Du noch mehr Informationen über esoterische Themen haben wollen, dann komm doch zur CamelotAkademie.de -Website.  


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