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Die Ahnen

Wir alle besitzen Vorfahren. Die nächstliegenden sind unsere Eltern. In unserer Gesellschaft ist es allerdings nicht unbedingt mehr normal und gebräuchlich, unseren Ahnen die ihnen gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Innerhalb der schamanischen Arbeit jedoch kommt sehr schnell das Thema der Ahnen in das Bewußtsein des schamanisch Interessierten. Wie gehst Du selbst mit deinen Ahnen um? Eine Frage, die Du Dir im Stillen beantworten kannst. Das folgende beleuchtet die Ahnen und die Vorfahren aus meiner schamanischen Sicht.

Ohne unsere Ahnen wären wir nicht hier. Verfolgen wir unsere Ahnenreihe weit in die Vergangenheit, so stellen wir schnell fest, das der Familienstammbaum nach spätestens zwei Generationen recht unübersichtlich wird. Immer mehr Seitenzweige und Urahnen tauchen darin auf. Soweit es überhaupt noch verfolgt werden kann, stellt sich bald heraus, das wir das Produkt der gesammelten Anstrengungen vieler hundert Ahnen sind. Rechnen wir unsere Ahnenkette hoch, dann wird sehr schnell offensichtlich, das wir alle unweigerlich miteinander verwandt sein müssen. Genetische Forschungsprojekte versuchen derzeit, Lebenszeit und Ort unseres Stammahnen zu finden.

Eines ist soweit ich informiert bin, dabei herausgekommen: Unser Stammvorfahr ist eine Frau und stammt aus Afrika. Alle unsere Genfingerabdrücke haben einen Teil ihres Erbgutes gemeinsam. Gehen wir noch weiter in der Evolutionsgeschichte zurück, stellen wir fest, das wir mit allem Leben auf dr Erde verwandt sind, bis hin zum primitivsten Einzeller. Dieses Wissen besaßen die Schamanen und die alten Völker, ohne das sie etwas von Erbgut oder Darwin wussten.

Sie entwickelten ein Bewußtsein, das voller Achtung gegenüber den Verwandten war und noch ist. Abgesehen von romantisierenden Überzeugungen, die über den edlen Wilden in unseren Köpfen immer noch kursieren, ist uns davon erst durch den Siegeszug des Schamanentums in westlicher Kultur wieder ein Weg eröffnet worden, dieses Bewußtsein für uns zu entdecken.

Wir haben also verschiedene Arten von Ahnen. Zum einen haben wir unsere familiären Vorfahren, die Teil unserer Familie sind. Dann haben wir, gehen wir weiter zurück, natürlich die Tiere und die Pflanzenwelt als Verwandte. In schamanischer Trance kann mit den Tieren und den Pflanzen gesprochen werden. Im traditionellen Schamanismus konnten in alten Zeiten alle Menschen mit den Tieren sprechen. Erst in späteren Zeitaltern ging diese Fähigkeit verloren bis nur noch der Schamane dazu in der Lage war. In dieser Zeit leben wir jetzt. Neben biologischen Ahnen können wir noch Ahnen besitzen, die aus der Geisterwelt stammen und nie in der alltäglichen Realität gelebt haben. Das können dann Fabelwesen,

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Tiere, Feen, mythische Stammväter oder andere Geister sein (unsere Märchen sind volldavon, das Feen mit Menschen eine Beziehung eingingen). Je nachdem, welche Ahnenreiheüberwiegt, können unsere Vorlieben gelagert sein. Sind es mehr Ahnen in der Geisterwelt,tendieren wir eher dazu, uns mit den Dingen der Geisterwelt zu beschäftigen. Ist esumgekehrt, liegt unser Interesse mehr im Diesseits. Ich selber bin von der Inkarnation als Phänomen überzeugt. Allerdings schränke ich das einerseits ein, andererseits weite ich den Begriff gegenüber dem eher unreflektierten Gebrauch durch die Esoterik aus.

Die Einschränkung besteht darin, das ich weder der Meinung bin, das wirklich jedes Wesen ineinander übergehend inkarnieren muss – wie es im indischen Gedanken mit der Verknüpfung desSchuldkomplexes “Karma” geschehen ist. Vielmehr gehe ich davon aus, das eine Menge der Wesen oder Menschen nur einmal inkarnieren, um hinterher wieder in den großen energetischen Kreislauf zurückgeführt zu werden.

Ich erweitere den Inkarnationsbegriff durch zwei Gedanken: Einerseits dadurch, das es keine lineare Zeitenfolge der Inkarnationen geben kann, da es im Jenseits keinerlei Zeitbegriff nach unserem empirischen Standard gibt und andererseits dadurch, das wirklich sehr viele verschiedene Wesenheiten in einem menschlichen Körper inkarnieren können – nicht nur menschliche Seelen, sondern auch Götter, Fabelwesen, Tiere usw. Du wirst infolgedessen kaum von mir den Begriff der Re-Inkarnation lesen:

Er setzt einen linearen Zeitablauf in der Geisterwelt voraus.Es gibt in meinem Denken zwei Formen von Ahnenreihen: die biologische unddie spirituelle. Die biologische Ahnenreihe kann im Stammbaum nach gesehenwerden und bezieht sich ausschließlich auf die genetische Erbfolge. Während die biologische Ahnenreihe immer eindeutig ist, kann die spirituelle Ahnenreihe zwei Wege gehen. Einerseits gibt es viele Menschen, bei denen die biologische Ahnenreihe identisch ist mit der spirituellen Ahnenreihe. Gerade in regional abgelegenen Regionen ist das häufig der Fall.

Und dann kann es sein, das die spirituelle Ahnenreihe vollkommen verschieden von der biologischen ist und sich nur in einer Person überschneiden. Die spirituelle Ahnenreihe kennt keinerlei Grenzen und kann auch sehr eigen-artige Ausformungen annehmen. Das ist bei mir der Fall – doch davon später mehr. In den Mythen kann man immer wieder Erzählungen und Spuren des Stammvaters finden,auf den sich alle Mitglieder eines Stammes zurückführen lassen. Dieser Stammvater war nicht notwendigerweise eine real existierende Persönlichkeit, sondern ein Wesen, das in der Geisterwelt sein Zuhause hat, oder dort sein Zuhause aufgeschlagen hat.

Gerade im haitianischen Voodoo kann beobachtet werden, das Ahnen zuerst gelebt haben, und nach ihrem Tod irgendwann als Loas in einem Service auftauchen und nach Verehrung verlangen. Versäumt man die Verehrung der Ahnen, kann das zu schwerwiegenden Strafen und Konsequenzen führen - im Voodoo. Bei uns taucht dieses Thema dann auf, wenn innerhalb der eigenen Ahnenkette Probleme weitervererbt werden. Es gibt in manchen Familien regelrechte Flüche, die als solche zwar nicht erkennbar sind, die aber einen Unglücksstern über den Familienmitgliedern scheinen lassen. Anzeichen davon sind beispielsweise ungewöhnlich viele Selbstmorde oder immer dieselbe Krankheit (wie Diabetes oder Herzinfarkt).

Diese spirituellen Schwierigkeiten lassen sich dann schamanisch oder in der realen Wirklichkeit oft weit zurückverfolgen und wurzeln oft in den dunkelsten Seiten unserer Seele. Vergewaltigung, Mord- und Totschlag, Krieg, Seuchen, Unterdrückung und Elend, ganz zu schweigen von Kindsmissbrauch und anderen schwerwiegenden Ereignisse können


Die Ahnen Teil 2

dazu führen, dass die Nachkommen des Täters oder des Opfers solange dazu gezwungen werden, Krankheit und Elend zu erfahren, bis es aufgelöst wird. Diese Erblasten können auch weitaus weniger spektakulär sein, und sich versteckter äußern. Dabei kann das Ereignis, das die Katastrophe auslöste, oft nur in der schamanischen Reise aufgefunden werden. Die Nachfahren sind dazu gezwungen, sich mit ungelösten Problemen auseinanderzusetzen, bis diese eine Lösung erfahren. Das kann viele Generationen andauern. In der schamanischen Reise kann durch den Schamanen diese Erbbelastung erkannt und in langsamen Schritten bereinigt werden.

Dabei müssen andere Familienmitglieder nicht unbedingt davon Kenntnis haben, das etwas geschieht. Oft reicht es, wenn ein Familienmitglied innerhalb einer Trommelgruppe sitzt und sich mit der Problematik auseinandersetzt, und mit Hilfe der Gruppe und seiner eigenen Verbündeten die alten Lasten aufarbeitet. Dabei sind oft mehrere Sitzungen notwendig, in der das aktive Familienmitglied langsam und im individuellen Tempo Heilung findet. In der schamanischen Reise kann, um herauszufinden, ob das Problem des Klienten in der Ahnenkette liegt, speziell danach gefragt werden. Diese Arbeit kann mit einschließen, dass viele der eigenen Ahnen erst Heilung erfahren müssen. Die Ursache des Übels zu heilen, hat noch nicht zur Folge, das alle Folgen des ursprünglichen Problems automatisch mit beseitigt werden.

Die Kombination mit Familienaufstellungen nach Hellinger soll nach meinen Informationen sehr fruchtbar sein. Wenn Du selbst mit deinen Ahnen Kontakt aufnehmen möchtest, überprüfe zunächst einmal deine Intention. Den Ahnen muss unbedingt mit Respekt begegnet werden, und ein Nicht-loslassen-können von lieben Verwandten, die bereits gestorben sind, nutzt Dir und deinen Ahnen nichts, sondern schadet nur. Dann ist es erst notwendig, das Du deinen Ahnen ziehen lassen kannst bevor Du mit deinen Ahnen fruchtbar arbeiten kannst. Die emotionale Verbindung, die zu manchen Verstorbenen besteht, kann sehr stark sein. So stark, dass der Verstorbene nicht in das Totenreich hinüberwechseln kann. Er schwebt in einem Zwischenzustand und kann in der Astral- und in der schamanischen Reise gesehen werden. Viele Poltergeister und Geistererscheinungen lassen sich auf so eine Bindung zurückführen. Schamanisch gesehen muss die Bindung unterbrochen werden und der Tote ins Jenseits geleitet werden. In der Alltagswelt kann ein Anzeichen für ein Verhaftetsein ein übertriebenes Festhalten an allem, was dem Verstorbenen gehörte, sein. Ahnen können uns vieles erzählen. Wir können uns Informationen geben lassen über altes Wissen, Orte oder anderes Wissen, das verloren gegangen ist.

In der alten Nekromantie wurden die Toten um Rat befragt. Auch wir können durch eine schamanische Reise die Toten (unsere Ahnen) um Rat in allen möglichen Angelegenheiten befragen. Eine Reise an den Ort in der Geisterwelt, an dem unsere Ahnen leben, kann uns selbst viel Aufschluss über unseren eigenen Ursprung geben. Die Reise in das Land der Toten sollte allerdings nur innerhalb erfahrener Gruppen durchgeführt werden, die entsprechende Routine darin besitzen. Der Reisende könnte den Wunsch haben, für immer dort zu bleiben. Dagegen müssen Vorkehrungen getroffen werden - außer es ist eine Person, die ohnehin dem Tod geweiht ist durch Krankheit oder Alter. Unsere Ahnen freuen sich, wenn wir sie besuchen. Sie erhalten in der Regel nur wenig Aufmerksamkeit. Eine schamanische Reise dorthin verspricht also auf jeden Fall viel Freude. Du kannst deine Ahnen auch darum bitten, in deinen Träumen Kontakt mit Dir aufzunehmen, wenn Du schamanisch einen guten Kontakt hergestellt hast.

Oft tun dies deine Ahnen sowieso schon. Die Arbeit mit den Toten und dem Totenreich zegt Dir sehr praktisch die Unsterblichkeit der Seele. Deine Ahnen erscheinen Dir nicht unbedingt in der Gestalt, die ihrem Alter entspräche. Frage deinen Ahn also, wie viel älter er als Du bist und wie hoch sein Alter ist, ob es mit seiner Erscheinung übereinstimmt. Im weitesten Sinne mit der Ahnenarbeit verknüpft steht die Arbeit mit den Familiengeistern. Das Familientotem kann gesucht werden, um über Schicksalhafte Begebenheiten Auskunft zu erhalten. Dieses Clantotem, wie es auch genannt wird, kann auch speziell verehrt werden und um Beistand gebeten werden. So kann für die Familie auch ein spezieller Wächter angerufen werden, oder in einer Reise gesucht werden. Clangeister können neben unseren Ahnen auch dazu befragt werden, wie Bestattungsriten auszuführen sind. Vielleicht ist es angebracht, eine kleine Nische für die Familienahnen zu bereiten, und ihnen zu bestimmten Zeiten (Allerheiligen, Totensonntag), Opfergaben zu machen.

Solltest Du noch mehr Informationen über esoterische Themen haben wollen, dann komm doch zur CamelotAkademie.de -Website.  

 


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